Jun 14

Projekt “Gartenhaus” (Update)

dscf0051In Exposés von Immobilien stehen so manche angepriesene Details, wie in meinem Fall ein “idyllisches Gartenhaus vor dem man die herrliche Abendsonne genießen kann”.
Dem genießen der Abendsonne stimmte ich auch zu – da sah man die alte Laube wenigstens nicht, aber weder das Äußere noch der Nutzen dieser Baracke konnte es vor einem Abriss nicht bewahren. Und so musste etwas neues her, was meinen bescheidenen Anforderungen genügen sollte. (Bilder des Abrisses werden aus anderen Gründen nicht veröffentlicht.)

Als erster Schritt zum neuen Gartenhaus galt es zuerst einmal die eigenen Anforderungen zu definieren.

  • der Bau sollte ohne Baugenehmigung möglich sein -> max. 30m² umbauter Raum
  • Türhöhe 2m, da ich mir sonst unnötig den Kopf stoßen würde
  • Dachüberstände, die das Unterbringen von ca. 10m³ Brennholz ermöglichen
  • die Haltbarkeit des Hauses sollte min. 20 Jahre ohne nennenswerte Pflege sein
  • der Stil des Gartenhauses sollte schwedischen Landhäusern ähneln
  • der Innenraum soll ausschliesslich zur Aufbewahrung von Gartengeräten u.ä. dienen

Ursprünglich hatte ich gedacht, dass diese bescheidenen Ansprüche an ein Gartenhaus so gering sind, dass ich einen fertigen Bausatz beim Fachhändler kaufen könnte. Nach Ausschluß aller Baumarkt-Bretterbuden blieben nur wenige Anbieter übrig, die den größten Teil der Anforderungen zu einem Preis jenseits der 3.000€ decken konnten.

Fazit: “Für so viel Geld muss ne alte Frau lang stricken!”
Also plane und baue ich mir mein Wunschgartenhaus einfach selber.

1. Schritt – Planung

  • Ständerbauweise
  • Punktfundamente
  • Satteldach mit drei Fetten
  • seitlicher Dachüberhang für zwei Reihen Brennholz (30cm je Holzscheit)
  • hinterer Dachüberhang für drei Reihen Brennholz
  • Verkleidung senkrechteGlattkantbretter
  • Verbindungsart hauptsächlichVerschraubung
  • Dacheindeckung Bitumendachschindeln

2. Schritt – Bau des Grundrahmens und der Fundamente

img_0104img_0113Die tragende Konstruktion des Gartenhauses besteht aus 10×10 Holzbalken, welche miteinander verklinkt sind und somit einen Rahmen von 3,5m x 3,5m bilden. Die Verklinkungen sind mit M8-Schrauben verbunden. Der Rahmen wurde im nächsten Schritt auf 12 Punkfundamente verschraubt. Damit der Rahmen keinen Kontakt zum Boden hat, wurden Pallisadensteine aus Beton als Abstandshalter an den Rahmen montiert. Der Rahmen mit den Pallisadensteinen wurde dann als Ganzes über die Fundamentlöcher gesetzt und entsprechend ausniveliert.

img_0118Für das Fundament kam Fertigmörtel zu Einsatz. Die Löcher für die Fundamente habe ich wegen des sehr harten Bodens mit einem Hochdruckreiniger und einem Wasserstaubsauger “ausgespühlt”. So verrückt wie dies auch klingt, aber der Kraftaufwand und die Genauigkeit der Löcher sprachen für sich!

3. Schritt – Bau des Ständerwerks und des Dachstuhls

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4. Schritt – Wandverkleidung

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9 Kommentare

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    • P. Hoehn on 22. Mai 2008 at 19:38

    Klasse, einwandfrei

    • Udo on 1. August 2008 at 15:10

    Immer wieder ein spannendes Unterfangen. Mir war das bauen mit Bausätzen irgendwann nicht mehr reizvoll genug. Da habe ich dann angefangen selber welche zu entwerfen und nun ist aus meinem “Hobby” ein Beruf geworden.

    • W. Nolte on 27. März 2009 at 21:08

    Hallo,

    das ist ein sehr schönes Gartenhaus geworden.
    Mit Sicherheit nicht so teuer wie aus dem Baumarkt!
    Mich würde bitte mal interessieren was das Material für
    das schöne Haus gekostet hat,damit ich das einplanen kann?

    Vielen Dank!

    W. Nolte aus Lödingsen (bei Göttingen)

    • Stefan on 27. März 2009 at 21:43
      Author

    Hallo,
    Danke. Das Gartenhaus hat ca. 2000€ an Material gekostet und unzählige Stunden an Arbeit.

    • Markus on 23. Januar 2011 at 14:03

    Wow, Respekt! Bin zwar erst jetzt über diesen Bericht gestoßen, aber dennoch: Hut ab. Das Gartenhaus sieht echt riesig aus. Würde mich noch interessieren, wie es da mit Baugenehmigungen aussieht. Gelten die 30m² generell als Limit? Wisst Ihr zufällig, ob das Bundeslandübergreifend ist? Ich habe an anderer Stelle gelesen, dass es da wohl sehr unterschiedliche Gesetze geben kann.

    • Stefan on 29. Januar 2011 at 21:34
      Author

    @Markus
    Danke! Das Gartenhaus sieht zwar riesig aus, aber ist gerade noch in den 30m³ ohne die Dachüberstände und somit bei uns genehmigungsfrei. Die Grenzabstände von 3m sind natürlich voll eingehalten, da ich ausreichend Platz im Garten habe.
    Jedes Bundesland hat seine eigenen Regelungen zu diesem Thema und deswegen lohnt sich ein Anruf beim Bauamt. Wenn eine Baugenehmigung notwendig ist, dann gibt es die für kleines Geld.

    • Thorsten on 6. April 2011 at 09:27

    Hi,

    ich bin auch gerade dabei ein Gartenhaus zu bauen und bin per Google bei dir gelandet. Das Haus ist echt schön geworden, und vor allem die Geschicht mit den Pallisadensteinen ist ne gute Idee.
    Wie hast du das ganze Gestell nach dem Ausheben der Löcher denn ausgerichtet bekommen?
    Erst das Gestell abstützen und Fertigmörtel drum herum, oder die Löcher so lange angepasst bis die Tiefe bei allen passt? Bei genau diesem Punkt bin ich ratlos….

    Gruß
    Thorsten

    • Stefan on 6. April 2011 at 09:51
      Author

    @Thorsten
    Die Position der Löcher und deren Tiefe habe ich vorher ausgemessen und abgesteckt. Anschließend habe ich das Gestell OHNE Pallisadensteine darüber ausgerichtet, mit Holzbrettern abgestützt und dann erst diese montiert. Zum Schluss habe ich dann noch alles mit der Wasserwaage kontrolliert und endgültig ausgerichtet. Wenn die Löcher vorher gut vermessen und “gebohrt” wahren, dann passt das alles.
    Zuletzt habe ich dann die Löcher mit Mörtel aufgefüllt und mit eine Dachlatte leicht verdichtet.

    • Heike on 4. November 2016 at 15:06

    Wow, also ich könnte so ein Gartenhaus nicht selbst bauen. Ich werde es mir lieber aufbauen lassen, sodass ich mit einem Kaffee daneben sitzen kann 🙂

  1. […] der Sprössling beim Schaukeln schnell im Zaun. Die Löcher selbst sind wieder wie beim Projekt “Gartenhaus” mit Hilfe eines Hochdruckreinigers und einer Dreckfräse ausgespült worden. […]

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